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Berichte
impressum | münchen, 26.4.2019

Swiss Alpine Davos 2007

Bericht vom 24.09.2007

wie immer brutal schön

Zum fünften Mal in Folge war ich nun beim Swiss Alpine in Davos. Zweimal (2003 und 2006) habe ich den K30 gemacht und in diesem Jahr zum dritten Mal den K42. Dieser Klassiker hat mich einfach nachhaltig infiziert und ich freue mich das ganze Jahr darauf, endlich wieder durch die Davoser Berge zu stolpern. Doch die Atmosphäre dieses Laufes, die wunderschöne Landschaft, der Wechsel zwischen kniebrecherischen Aufstiegen und halsbrecherischen Abstiegen, die Begeisterung der Zuschauer, die bis 20 Uhr am Abend nicht müde werden, auch noch den letzten Versprengten ins Ziel zu klatschen und das unbeschreibliche Gefühl nach so vielen Stunden in das Davoser Stadion einzulaufen, all das macht den Swiss Alpine so unvergleichlich. Man könnte jetzt viel berichten, über die berühmten Alpinbröteli (die Schweizer Variante des Powerbars), die supersalzige Bouillon (die bei jedem Marathon Pflichtverpflegung sein sollte), über die Augen- und Händedruck-Kontrolle des Rennarztes oben am windigen und regnerischen Scaletta-Pass, die blutigen Knie und Ellbogen vieler gestürzter Mitläufer, die völlig traumatisierte Schafherde im Aufstieg zum Scaletta, die soviel Menschheit einfach nicht gewohnt ist, den immer kleiner werdenden Gletscher am Piz Kesch und das permanente Ballett-Tanzen von Geröllblock zu Geröllblock. Aber ich finde, dass kein Foto und auch kein Video in der Lage ist, diesen Lauf so darzustellen, wie er wirklich ist. Einmal muss man da einfach hin.

In diesem Jahr war ich nicht der einzige FSC´ler, leider habe ich aber unseren Vereinskameraden Jürgen Schoch nicht getroffen, der mit 7:47 in der Königsdisziplin K 78 einen fantastischen 53. Gesamtplatz belegte.

Beim K 78 führte bis Kilometer 36 ein Belgier. Andrea Tuffli, der Erfinder des Swiss Alpine erzählte mir, dass der ihm am Vorabend mitgeteilt habe, dass er gedenke, den
K 78 zu gewinnen. Das war eine erstaunliche Ansage, angesichts der Tatsache, dass der Mann noch nie einen Berglauf gemacht hatte. Ins Ziel kam er dann nach neun Stunden, fast drei Stunden hinter dem Sieger! So geht es den Flachländern im Gebirge.

Um es vorweg zu nehmen: für mich war es mein schönster Swiss Alpine bislang. Ich war angereist, um endlich einmal den K42 unter sechs Stunden zu laufen und habe dieses Ziel mit 5:54:04 auch deutlich erreicht. Ich bin nicht gestürzt, hatte keine Blasen oder andere Beschwerden, habe gut gegessen und getrunken und der Hammermann hat mich bis zur Ziellinie nicht gefunden.

Eigentlich bin ich heute schon sicher, dass ich – so Gott will – nächstes Jahr Ende Juli wieder in Davos sein werde. Gute Traditionen sollte man nicht ohne Not beenden.


Holger Lösch

Holger Lösch